Bildungsförderung Oberguinea e.V.
  • überblick

Guinea liegt in Westafrika, hat eine Oberfläche von 245860km2 und vier tropische Klimazonen:
  • Es gibt eine tropische Küstenregion, in der vor allem verschiedene Palmenarten gedeihen.
  • Die Bergregion um Fouta Djallon (1500m) besteht aus Pinienwäldern und Bananenplantagen. Hier baut man auch Tomaten, Erdbeeren und Kartoffeln an.
  • Das niederschlagsarme Oberguinea liegt auf einem Hochplateau. Vorherrschend sind hier Buschlandschaften und die Savanne mit ihren vielen Mangobäumen, Baobab- sowie Néré-, Karité- und Kapokbäumen. Die Temperaturen liegen zwischen 18 und 40°C.
  • In den zum Teil unberührten Regenwaldgebieten um den Berg Nimba (1752m) gibt es Kakao- und Kaffeepflanzen, Kautschukbäume und Pfeffersträucher. Die Temperaturen liegen hier jenach Jahrszeit zwischen 18 und 40°C. Wegen seiner zahlreichen Flüsse wird Guinea auch als Wasserschloss Afrikas bezeichnet.

Hauptstädte: Die Hafenstadt Conakry (2000000 Einwohner) ist die Hauptstadt des Landes. Die Hauptstadt Oberguineas ist Kankan (190000 Einwohner). Sie liegt im Landesinneren, dem Reich der Malinké. Kankan besitzt Krankenhäuser und Universitäten, aber keine Stromversorgung (nur Generatoren). Das Hauptverkehrsmittel sind Motorräder.

Bodenschätze: Guinea ist weltweit der führende Bauxit-Exporteur und ein fruchtbares Land, das reich an weiteren Bodenschätzen (Gold, Diamanten) ist. 1996 wurde die größte Eisenmine der Welt in Le Mont Simandou entdeckt. Mehr unter: www.jeuneafrique.com

Religion: Guinea hat etwa 12,5 Millionen Einwohner. 89% von ihnen sind Moslems, 7% Animisten, 8% Christen.

Amtssprache ist Französisch. Es gibt drei Haupsprachen: Sousou (11%), Peul (35%) und Malinké (30%).

Lebenserwartung: Die Landbevölkerung Guineas hat eine durchschnittliche Lebenserwartung von 58 Jahren (2013). 77% der Bevölkerung können weder lesen noch schreiben. Mehr …

Sesshaftigkeit: Das Nomadenvolk der Peul in Fouta Djallon betreibt zumeist Viehzucht, die sesshaften Malinké sind in der Regel Bauern.

Nachbarländer sind: Sénégal, Mali, Elfenbeinküste, Guinea Bissau, Liberia und Sierra Leone.

  • Geopolitische Fakten

Allgemein
Guinea (ca. 12000000 Einwohner), das sogenannte Wasserschloss Afrikas, gehört trotz vieler Bodenschätze zu den ärmsten Ländern des Kontinents. Der Global Innovation Index, der 128 Staaten umfasst, notierte Guinea 2016 auf dem vorletzten Platz. Im ländlich geprägten Guinea gibt es nur zwei Großstädte: die Hauptstadt Conakry mit 2000000 Einwohnern und Kankan, Oberguinea, mit 190000 Einwohnern.
Sechzig Jahre Militärdiktatur (1958–2009) haben die Wirtschaftskraft Guineas zerstört und es weltweit zu einem der korruptesten Staaten gemacht.
  • 1. Militärdiktatur: Sékou Touré (1958–1984)
  • 2. Militärdiktatur: Lansana Conté (1984–2007)
  • ein weiterer Putschversuch von Moussa Dada Camara (2007–2009)
  • Lansana Kouyaté (2009–2010) wurde von einer internationalen Kommission ernannt, um das Land während der Übergangszeit bis zur ersten demokratischen Wahl zu führen.
Mit den ersten freien Präsidentschaftswahlen im Jahre 2010 und 2015 ändern sich die Lebensbedingungen allmählich.

Die Herausforderungen für den ersten frei gewählten Präsidenten Dr. Alpha Condé
Dr. Alpha Condé, Sozialdemokrat und langjähriger Oppositionsführer, kehrte im Jahr 2010 aus Frankreich in sein Heimatland zurück, stellte sich als Präsidentschaftskandidat zur Wahl und erhielt 52% der Stimmen.
Erst nach vielen Widerständen und mit Verzögerung wurde 2012 auch das Parlament gewählt, das sofort in die Verbesserung der Infrastruktur investierte und vor allem neue Trinkwasserbrunnen bauen ließ. Ein Staudammprojekt in Kaleta, mit finanzieller Hilfe Chinas geplant, soll die Stromversorgung Conakrys sichern.

Aber die katastrophale Wirtschaftpolitik der Diktatoren hat ihre Spuren bis heute in Conakry hinterlassen:
Das Telefonnetz ist marode und funktioniert selbst im Zentrum der Hauptstadt nur vorübergehend. Lediglich zwei große Straßenachsen durchziehen die Hauptstadt – die übrigen Verkehrswege, auch im Landesinneren, sind ungeteert und voller Schlaglöcher. Es gibt keinen öffentlichen Personennahverkehr, weder Busse noch Straßenbahnen, sodass die Stadt täglich mit großen Verkehrsstaus zu kämpfen hat. Es gibt keine Abwasserentsorgung – die Rinnsteine sind voll von Schlamm, Abfall und Plastiktüten –, ein ständiger Krankheitsherd. Die Abfallwirtschaft ist privatisiert. Obwohl relativ preiswert, ist die Abfallbeseitigung dennoch unbezahlbar, weil den meisten Familien schon das Geld für die tägliche Nahrung fehlt. Die Stadt ist mittlerweile zu einem immensen Müllberg aus Plastiktüten mutiert.

Die zweite Amtsperiode Dr. Alpha Condés
Mit 57% der Stimmen wurde Alpha Condé im Jahr 2015 wiedergewählt und die demokratische Entwicklung des Landes stabilisiert. Kurz nach der Wahl bremste der Ausbruch des Ebolafiebers, der kostenintensive Kampf gegen diese Epidemie, das Wirtschaftswachstum des Landes erheblich und blockierte die weitere Verbesserung der Infrastruktur. Obwohl es in Guinea weltweit die größten Bauxit- und Eisenminen gibt sowie zusätzlich große Diamant- und Goldvorkommen, ist dieses Land noch immer eines der ärmsten Afrikas.

Mehr bei Wikipedia

Alpha Condé, Präsident seit 2010

Barrage Kaleta (2012–15), Barrage Souapiti (2016–2019). Video

Berge von Müll in Conakry

  • Ökonomische Fakten

Die allgemeine Wirtschaftslage Guineas
Der aktuelle Kurswechsel ist ca. : 1 € = 10000 FG

Seit der Präsidentschaftswahl 2010 ist die Inflation nicht weiter vorangeschritten. Zudem gewährte der IWF dem Land im Jahr 2012 aufgrund der transparenten Wirtschaftspolitik des Präsidenten Alpha Condé einen Schuldenerlass in Höhe von 66%. Das Land ist nun dabei, sich wirtschaftlich allmählich zu stabilisieren.

Die interne Wirtschaftslage
Guinea erholt sich langsam von der Ebola-Epidemie (2014–2015) und dem Zusammenbruch der Rohstoffpreise. Die Wirtschaft erreicht ein Wachstum von 5,2% im Jahr 2016, dank der Gewinnung von Bauxit und Gold.
Die Dienstleistungs- und die Fertigungsindustrie stagnieren jedoch weiterhin als Folge der Ebola-Krise. Die Projektionen gehen von einem BIP-Wachstum von 4,4% für 2017 aus. Die Lage der öffentlichen Finanzen hat sich im Jahr 2016 verbessert: Das Haushaltsdefizit, das im Jahr 2015 auf 8,9% des BIP anwuchs, konnte im Jahr 2016 auf 1,3% reduziert werden. Es könnte auch 2017 weiterhin sinken und ca. 0,2% des BIP erreichen.

Teams von Weltbank und IWF arbeiten eng mit den guineische Behörden zusammen, um sicherzustellen, dass alle Darlehen im Jahr 2016 zurückgezahlt werden, ohne dass es einen negativen Einfluss auf die Entwicklung des Landes verursacht. Obwohl die Einschulungs- und Impfrate der Kinder sich verbessert hat, leben noch 55% der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze, und fast ein Drittel der Kinder sind unterernährt. Die UNO sagt, dass 600000 Menschen unter schwerer Ernährungsunsicherheit leiden. Wie viele andere Entwicklungsländer ist Guinea mit großen Herausforderungen in der Urbanisierung konfrontiert. Zum natürlichen Wachstum der städtischen Bevölkerung kommt noch der Effekt der starken Landflucht hinzu. Dadurch steigt die städtische Armut um weitere 20%. Der Urbanisierungsgrad Guineas liegt bei ungefähr 37%. Weitere akute Herausforderungen sind die Jugendarbeitslosigkeit und eine unzureichende Versorgung mit grundlegenden öffentlichen Dienstleistungen einschließlich Bildung, Gesundheit, Sicherheit und menschenwürdige Wohnung.

Ebola-Einsatz in Guinea


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